Wer hat eigentlich entschieden, wie du leben sollst?
- Sonja Grammel
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Ich glaube nicht, dass wir unsere Träume einfach verlieren.
Ich glaube, wir legen sie irgendwann zur Seite.
Oder wir nennen sie anders.
Nicht aus Dummheit.
Nicht aus Faulheit.
Sondern weil wir früh lernen, dass bestimmte Dinge nicht gehen.
Schon als Kinder.
Wir hören auf, Dinge beim richtigen Namen zu nennen
Als Kinder wussten wir oft ziemlich genau, was sich richtig anfühlt.
Wofür unser Herz schlägt.
Was uns lebendig macht.
Wir hatten dieses Bauchgefühl.
Ganz selbstverständlich.
Nicht erklärbar, aber klar.
Und dann kamen Stimmen von außen.
Sätze wie:
„Das macht man nicht.“
„Sei vernünftig.“
„Davon kann man nicht leben.“
„Dafür bist du nicht gemacht.“
Nicht immer laut.
Oft gut gemeint.
Manchmal aus Angst.
Und irgendwann wurden diese Stimmen lauter als das, was wir selbst gespürt haben.
Dann haben wir es vielleicht vergessen.
Oder verdrängt.
Oder irgendwo abgelegt, weil es gerade keinen Platz hatte.
Oder weil man das eben so nicht macht.
Und so wurde es irgendwie normal, dieses Leben so zu führen.
Du lebst weiter.
Angepasst.
Funktionierend.
Automatisch.
Du bleibst in Beziehungen, die irgendwie passen.
Nicht richtig, aber ausreichend.
Du machst einen Job, der sicher ist.
Oder Geld bringt.
Oder den man eben macht.
Und du nennst das dann erwachsen.
Oder realistisch.
Oder verantwortungsvoll.
Und das Entscheidende ist:
Du merkst das meistens gar nicht.
Nicht, weil du nicht nachdenkst.
Sondern weil du so sehr in deinem Alltag steckst.
In dem, was du erlebt hast.
In dem, was dich geprägt hat.
Das sind oft gar keine bewussten Gedanken.
Das sind Erfahrungen.
Und die laufen einfach weiter.
So entsteht dieser Modus.
Und du lebst ihn, ohne ihn zu hinterfragen.
Und trotzdem meldet sich etwas
Diese Müdigkeit.
Diese innere Unruhe.
Dieses leise Ziehen.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Eher wie ein altes Bauchgefühl, das sich wieder meldet.
Nicht mit Worten. Sondern mit einem Unbehagen.
Mit dem Gefühl: Irgendwas stimmt hier nicht mehr.
Manchmal meldet sich der Körper.
Manchmal die Leere.
Manchmal dieser Gedanke, der plötzlich da ist und bleibt.
Vielleicht geht es genau darum
Vielleicht geht es im Leben gar nicht darum, noch mehr zu werden.
Oder alles richtig zu machen.
Sondern darum, diesem Bauchgefühl wieder zu vertrauen.
Dem, das wir als Kinder ganz selbstverständlich hatten.
Für mich hat genau das etwas verändert.
Nicht auf einen Schlag.
Aber spürbar.
Ich habe gemerkt, wie sehr ich lange funktioniert habe.
Wie automatisch vieles war.
Wie wenig ich mich selbst noch gefragt habe, ob sich etwas eigentlich richtig anfühlt.
Wieder mehr auf dieses innere Gefühl zu hören hat mich aus diesem reinen Funktionieren herausgeholt.
Nicht perfekt.
Nicht immer konsequent.
Aber lebendiger.
Und vielleicht ist genau jetzt, am Anfang eines neuen Jahres, ein guter Moment dafür.
Nicht, um alles umzuschmeißen.
Sondern um umzudenken.
Und dem, was du fühlst, wieder mehr Raum zu geben.
Also …jetzt.❤️





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