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Vertrauen fühlt sich anders an, als ich dachte

  • Sonja Grammel
  • 8. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Juli

Ich sage oft: Tausch die Angst gegen Vertrauen.

Aber wenn ich ehrlich bin, so einfach ist es nicht.

Ich dachte lange, Vertrauen sei ein Gefühl.

Ein gutes Gefühl.

Ein klares, sicheres Ankommen in mir.

So wie tiefe Ruhe.

So wie: Ich weiß, es wird gut.

Aber als ich wirklich anfangen musste zu vertrauen, nicht in der Theorie, sondern in Momenten, wo ich es brauchte ,da war da vor allem eines: Angst.

Denn genau dann zeigt sich das:

Wenn du etwas nicht mehr kontrollieren kannst.

Wenn du nicht weißt, was kommt im Leben,

in deinem nächsten Schritt.

Wenn du spürst: Ich kann so nicht weitermachen wie bisher.

Aber du hast keine Garantie, dass es besser wird.

Und manchmal bleibst du dann lieber in der Situation,in der du eigentlich gar nicht bleiben willst, weil sie dir trotz allem ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Und damit auch das, was wir so schwer loslassen können: Kontrolle.


Die Vorstellung vom sicheren Vertrauen

Wir stellen uns oft vor, dass Vertrauen sich gut anfühlen muss.

Dass es sich zeigt, wenn alles stimmt. Wenn wir genug Gründe haben, wenn nichts mehr schiefgehen kann.

Aber genau das ist kein Vertrauen , dass ist Kontrolle mit einem anderen Namen.

Echtes Vertrauen beginnt nicht dort, wo alles klar ist.

Es beginnt da, wo du nicht weißt, wie es ausgeht.

Wo du keine Garantie bekommst.

Wo du innerlich zitterst – und trotzdem weitergehst.


Wenn Angst auftaucht – und du trotzdem bleibst

Vertrauen ist kein Zustand, den du erreichst.

Es ist etwas, das du tust.

Ein Schritt, der mitten durch deine Angst führt.

Nicht drumherum.

Ich habe oft gedacht: Wenn ich erst keine Angst mehr habe, dann kann ich vertrauen.

Aber so funktioniert es nicht.

Die Angst ist Teil des Weges. Sie gehört dazu.

Weil du nur da vertrauen musst, wo du eben nicht sicher bist.

Vertrauen heißt nicht: keine Angst haben. Vertrauen heißt: trotzdem weitergehen.

Vertrauen fühlt sich oft ungewohnt an

Besonders dann, wenn du es nicht gelernt hast.

Wenn du früh gespürt hast, dass du wachsam sein musst.

Wenn du gelernt hast, dass Dinge schnell kippen können.

Oder dass es besser ist, alles im Griff zu haben, weil du dich sonst unsicher fühlst.

Dann ist Vertrauen keine Selbstverständlichkeit.

Dann fühlt es sich fremd an, vielleicht sogar falsch.

Weil dein System gelernt hat, dass Kontrolle sicherer ist.

Aber das heißt nicht, dass du es nicht kannst.

Es heißt nur, dass es neu ist.


Vertrauen ist ein Muskel

Nicht sichtbar. Aber spürbar.

Du kannst ihn trainieren.

Langsam. In kleinen Schritten.

Indem du dir zuhörst.

Indem du den nächsten Schritt wagst, auch wenn er nicht perfekt ist.

Indem du nicht zurückweichst, wenn es wackelt.

Und vor allem:

Indem du dich nicht verurteilst, wenn du zwischendurch zweifelst.

Vertrauen wächst nicht durch Druck.

Sondern durch Erfahrung.

Durch echte Begegnung.Durch das Gefühl: Ich darf trotzdem weitergehen.


Zum Schluss

Vielleicht fühlt sich Vertrauen bei dir gerade noch nicht leicht an.

Vielleicht fühlt es sich unsicher an, unklar, unbequem.

Das heißt nicht, dass du es falsch machst.

Es heißt nur, dass du auf dem Weg bist.

Vertrauen fällt mir auch nicht immer leicht.

Aber ich gehe trotzdem, Schritt für Schritt.

Nicht, weil ich keine Angst mehr habe.

Sondern weil ich nicht will, dass sie entscheidet, wie mein Leben aussieht.



 
 
 

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