top of page

Nicht weniger Menschen. Nur die richtigen.

  • Sonja Grammel
  • 18. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit


Warum wir Menschen brauchen , aber nicht viele, sondern echte

Freundschaften sind kein Luxus.

Sie sind eine Grundlage für unsere seelische und körperliche Gesundheit.

Das zeigt auch eine der längsten Langzeitstudien überhaupt, die Harvard Study of Adult Development an der Harvard University.Seit 1938 begleitet sie Menschen über ihr gesamtes Leben hinweg.

Das Ergebnis ist erstaunlich klar:

Nicht Erfolg, Geld oder Status entscheiden darüber, wie gesund und zufrieden wir alt werden.

Entscheidend ist die Qualität unserer Beziehungen.

Der heutige Leiter der Studie, Robert Waldinger, bringt es sinngemäß auf den Punkt:

Es geht nicht darum, viele Menschen um sich zu haben.

Sondern verlässliche.

Und trotzdem ist genau das oft gar nicht so leicht.


Nähe wird schwierig, wenn Angst mitredet

Ich erlebe immer wieder, beruflich wie privat, dass Nähe nicht daran scheitert, dass Menschen beziehungsunfähig sind.

Sondern daran, dass Angst im Hintergrund läuft.

Die Angst, nicht zu genügen.

Die Angst, abgelehnt zu werden.

Die Angst, zu viel zu sein.

Das ist selten laut.

Es zeigt sich eher leise.

Man hält Abstand.

Meldet sich weniger.

Bleibt vorsichtig.

Und irgendwann fühlt sich Beziehung anstrengend an, obwohl eigentlich niemand etwas falsch gemacht hat.


Wenn die Beziehung zu dir selbst ruhiger wird

Was sich für mich verändert hat:

Je mehr ich mit mir selbst im Reinen bin, desto weniger brauche ich Bestätigung von außen.

Nicht im Sinne von: Ich brauche niemanden.

Sondern eher: Ich verliere mich nicht mehr, wenn jemand still bleibt.

Das verändert Beziehungen.

Sie werden freiwilliger.

Und ehrlicher.

Man bleibt nicht, weil man Angst hat zu verlieren.

Man bleibt, weil es sich stimmig anfühlt.


Weniger Menschen, mehr Tiefe

Ich glaube nicht, dass wir viele Menschen brauchen.

Ich glaube, wir brauchen echte.

Ein oder zwei Beziehungen,in denen man nicht erklären muss, warum man so ist, wie man ist, sind oft mehr wert als ein großes Umfeld ohne Nähe.

Auch das deckt sich mit den Ergebnissen der Harvard-Studie. Es geht nicht um Kontakt.

Es geht um Verbindung.


Wenn Menschen still werden

Es gibt Momente, da merkt man, dass sich Menschen nicht melden,

auch bei guten Ereignissen.

Ein Erfolg.

Ein Schritt nach vorn.

Etwas, worauf man stolz ist.

Früher hat mich das verunsichert.

Heute sehe ich es gelassener.

Nicht jeder kann Entwicklung begleiten.

Nicht jeder fühlt sich wohl, wenn sich etwas verändert.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun.

Und oft auch nichts mit Ablehnung.

Manchmal passt es einfach nicht mehr.


Zum Schluss

Heute glaube ich nicht mehr, dass man Beziehungen- Freundschaften festhalten muss.

Ich glaube, man darf ihnen Raum lassen.

Manche bleiben.

Manche gehen leise.

Beides darf sein.

Und gleichzeitig gibt es diesen kleinen Kreis.

Sehr klein.

Aber nicht austauschbar.

Vielleicht braucht es dafür gar nicht viele Menschen.

Nur die richtigen.

Mit der Zeit wird nicht der Kreis größer.

Er wird ehrlicher.

Und vielleicht ist genau das das, was wirklich trägt.

 
 
 

Kommentare


Überschrift 1

bottom of page