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„Das Leben ist cool.“ Vier Worte, die meinen Tag gemacht haben.

Sonja Grammel
vor 27 Minuten
3 Min. Lesezeit


Manchmal gibt es diese Momente in meiner Praxis, die mich noch den ganzen Tag begleiten.

Da sitzt mir ein Mensch gegenüber, der über längere Zeit mit sich und seinem Leben gehadert hat.

Vieles war anstrengend, die Gedanken kreisten ständig um die eigenen Probleme und irgendwie ging es häufig nur noch darum, den Alltag zu bewältigen.

Und dann fällt plötzlich, mitten in einem ganz normalen Gespräch, dieser Satz:

„Das Leben ist cool.“

Moment mal. Was hast du gerade gesagt?

Ich habe mich in diesem Augenblick so gefreut, dass ich meinem Gegenüber direkt gesagt habe: „Du hast mir gerade den Tag gemacht!“

Und dann haben wir gemeinsam noch einmal hingeschaut. Wäre dieser Satz vor ein paar Monaten überhaupt denkbar gewesen?


Manchmal merken wir gar nicht, wie viel sich verändert hat

Wenn wir jeden Tag mit uns selbst beschäftigt sind, fallen uns vor allem die Dinge auf, die noch nicht funktionieren.

Die Angst, die manchmal wiederkommt.

Die Erschöpfung nach einem anstrengenden Tag.

Die Situationen, in denen wir uns immer noch unsicher fühlen.

Aber was ist mit all den Dingen, die inzwischen wieder möglich sind?

Vielleicht freust du dich wieder auf etwas.

Vielleicht kannst du mit einer schwierigen Situation inzwischen ganz anders umgehen. Oder du merkst plötzlich, dass du schon seit Stunden überhaupt nicht mehr über deine Probleme nachgedacht hast.

Manchmal passiert Veränderung so langsam, dass wir sie selbst kaum wahrnehmen.

Manchmal braucht es jemanden, der uns darauf aufmerksam macht.

Deswegen spreche ich solche Momente an.

Ich möchte, dass meine Klienten ihre Fortschritte nicht nur daran messen, welche Probleme noch da sind, sondern auch erkennen, was inzwischen wieder möglich geworden ist.


Und wenn es wieder schlechter wird?

Natürlich kommt häufig auch die Sorge auf, dass dieses gute Gefühl wieder verschwinden könnte.

Was ist, wenn die Angst zurückkommt?

Was ist, wenn ich wieder in dieses alte Loch falle?

Dann sage ich meinen Klienten gerne:

„Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass es dir ab jetzt immer gut gehen wird. Wir alle haben schlechte Tage.“

Ein schlechter Tag bedeutet aber nicht, dass du wieder ganz am Anfang stehst.

Und manchmal muss man eben einen Schritt zurückgehen und Anlauf nehmen, um noch weiter nach vorne zu kommen.

Vielleicht erkennst du heute viel früher, wann dir etwas zu viel wird.

Vielleicht weißt du inzwischen besser, was du brauchst, und kannst anders mit schwierigen Gefühlen umgehen.

Auch das ist Veränderung.


Vergiss die Blumen am Wegesrand nicht

Wir schauen so oft auf das, was noch nicht funktioniert. Auf unsere Probleme, unsere vermeintlichen Rückschritte und auf das große Ziel, das wir unbedingt erreichen wollen.

Dabei übersehen wir manchmal all die kleinen Schritte, die wir längst gemacht haben.

Vielleicht ist die Angst noch da, aber du lässt dich nicht mehr so sehr von ihr einschränken.

Vielleicht bist du noch nicht dort, wo du gerne wärst, aber du hast wieder Freude an Dingen, die lange keinen Platz in deinem Leben hatten.

Und vielleicht ist genau das etwas, worauf du heute schon stolz sein darfst.

Ich sage immer: Vergiss vor lauter Blick auf dein großes Ziel nicht die Blumen am Wegesrand.

Nimm dir heute einfach mal fünf Minuten Zeit und überleg:

Was fällt mir heute leichter als noch vor drei Monaten? Was traue ich mich inzwischen wieder? Worauf freue ich mich und welche kleinen Fortschritte habe ich überhaupt nicht bemerkt?

Du musst nicht erst dein großes Ziel erreicht haben, um dich über das zu freuen, was du schon geschafft hast.

Und wer weiß? Vielleicht sagst du irgendwann selbst ganz nebenbei: „Das Leben ist cool.“❤️

 
 
 

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