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Warum dein Nervensystem manchmal stärker ist als dein Verstand

  • Sonja Grammel
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

"Ich weiß doch, dass eigentlich nichts passieren kann."

Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder.

Menschen, die unter Ängsten leiden, ständig grübeln, sich dauerhaft angespannt fühlen oder immer wieder in dieselben Muster geraten, sagen oft genau das.

„Ich weiß doch, dass nichts passiert.“

Trotzdem reagiert der Körper.

Das Herz schlägt schneller.

Der Bauch zieht sich zusammen.

Die Gedanken kreisen.

Oder plötzlich ist einfach nur dieses ungute Gefühl da.

Viele fragen sich dann:

„Warum reagiere ich so?“

Oder noch schlimmer:

„Was stimmt eigentlich nicht mit mir?“

Meine Antwort lautet fast immer:

Mit dir stimmt wahrscheinlich viel mehr, als du denkst.


Denn ich glaube nicht, dass unser Nervensystem grundlos reagiert.

Seine wichtigste Aufgabe ist es nicht, logisch zu denken.

Seine wichtigste Aufgabe ist es, dich zu schützen.

Genau deshalb reagiert es manchmal schneller, als dein Verstand überhaupt nachdenken kann.

Das ist zunächst einmal nichts Schlechtes.

Im Gegenteil.

Es ist ein Schutzmechanismus, der uns Menschen seit Jahrtausenden das Überleben ermöglicht.

Das Problem entsteht dann, wenn unser Nervensystem Situationen als gefährlich bewertet, obwohl objektiv gar keine Gefahr besteht.

Oder wenn es an frühere Erfahrungen erinnert wird und deshalb Alarm schlägt.

Dann kann es passieren, dass dein Körper reagiert, obwohl dein Verstand längst weiß:

„Eigentlich bin ich doch sicher.“


Genau deshalb reicht es oft nicht aus, sich einfach einzureden:

„Hab keine Angst.“

Denn unser Nervensystem lässt sich nicht durch Vernunft allein beruhigen.

Es möchte vor allem eines wissen:

„Bin ich wirklich sicher?“


Deshalb geht es in meiner Arbeit nicht darum, Symptome einfach verschwinden zu lassen.

Mich interessiert vielmehr die Frage:

Warum glaubt dein Nervensystem, dass es dich gerade schützen muss?

Denn genau dort beginnt für mich Veränderung.

Nicht beim Symptom.

Sondern beim Ursprung.

Wenn wir verstehen, warum unser Nervensystem so reagiert, verlieren viele Symptome bereits einen Teil ihres Schreckens.

Das ist oft der erste Schritt.

Nicht gegen den eigenen Körper zu kämpfen.

Sondern ihn zu verstehen.

Denn ich bin überzeugt:

Mit dir stimmt nichts nicht.


Dein Nervensystem versucht wahrscheinlich nur, dich auf die einzige Weise zu schützen, die es irgendwann einmal gelernt hat.


Und zum Schluss …

Wer schon einmal bei mir in der Praxis war, kennt wahrscheinlich Elli, Kira und Rex – meine drei „Kollegen“.

Mit ihnen erkläre ich das Nervensystem so, dass es nicht nur verständlich wird, sondern oft auch ein Stück der Angst verliert.

Wer die drei kennenlernen möchte, darf sich auf den nächsten Blog freuen. 😊



 
 
 

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