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Warum der Dezember so schön wirkt – und trotzdem so viel in uns auslöst

  • Sonja Grammel
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit
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Der Dezember hat eine Art, uns in eine Stimmung zu bringen, die wir mögen. Lichter, Wärme, ein Gefühl von „endlich langsamer“.

Aber wenn wir ehrlich sind, ist der Dezember selten langsam.

Er wirkt schön, und ist trotzdem oft zu viel.

Man rennt durch den Monat, versucht alles irgendwie zu schaffen und merkt gleichzeitig, wie sehr man sich nach Stille sehnt.

Nach einem Moment, der wirklich ruhig ist.

Nach Zeit, die nicht schon wieder verplant ist.

Und genau diese Spannung, zwischen Freude und Überforderung, sorgt dafür, dass alte Themen lauter werden.


Wenn der Körper runterfährt, während das Leben hochfährt

Biologisch möchte der Körper im Dezember langsamer werden.

Weniger Licht.

Mehr Dunkelheit.

Weniger Energie.

Ein Nervensystem, das sensibler reagiert.

Und gleichzeitig macht der Dezember draußen das Gegenteil:

Mehr Termine,

Mehr Verpflichtungen.

Mehr Menschen.

Mehr Erwartungen.

Mehr Lautstärke.

Innen wird’s ruhiger.

Außen wird’s lauter.

Und diese Gegenläufigkeit bringt alles an die Oberfläche, was das Jahr über leise war.


Diese Mischung aus Vorfreude und Überforderung ist normal

Ich kenne das selbst.

Ich freue mich jedes Jahr auf die Weihnachtszeit.

Ehrlich

Ich mag die Stimmung, die Lichter, das Gefühl, dass das Jahr leise ausläuft.

Und trotzdem überfordert mich der Dezember oft.

Weil ich zu spät anfange.

Weil vieles sich verdichtet.

Weil volle Räume mich schneller auslaugen als mir lieb ist.

Weil ich mein eigenes Tempo spüre und merke:

Das passt nicht zu dem, was außen los ist. Das ist kein Widerspruch.

Das ist ganz normal, wenn man fein fühlt, viel wahrnimmt oder ein Nervensystem hat, das ehrlich reagiert.


Warum alte Muster im Dezember lauter werden

1. Jahresende macht ehrlich

Ob bewusst oder unbewusst, man schaut zurück.

Was war gut.

Was war schwer.

Was hat gefehlt.

Was wehtut.

Diese innere Bilanz bringt Dinge hoch, die das Jahr über mitlaufen.


2. Familie aktiviert alte Rollen

Man rutscht schneller in Muster, die man längst hinter sich lassen wollte:

die Verantwortliche, der Vermittler, die Angepasste, der Ruhige, der es allen recht machen soll.

Das Nervensystem erinnert sich an frühere Erfahrungen, auch wenn die Situationen heute völlig anders sind.


3. Harmonie-Druck verstärkt Spannung

„Sei entspannt.“

„Sei dankbar.“

„Sei fröhlich.“

Dieser Druck lässt innere Themen nicht verschwinden, er macht sie sichtbarer.


Also, was kannst du denn tun?

Der wichtigste Satz für diese Zeit: Du musst gar nichts

Die meisten Überforderungen im Dezember entstehen nicht durch die Dinge selbst, sondern durch das Gefühl, dass man muss.

Aber du musst nicht:

• mit allen feiern

• jedes Jahr dasselbe Ritual erfüllen

• Erwartungen bedienen

• vermitteln

• aushalten

• funktionieren

• lächeln, wenn dir nicht danach ist


Vielleicht feierst du lieber klein.

Vielleicht nur mit deinem Partner.

Vielleicht triffst du deine liebsten Menschen lieber zwischen den Jahren, wenn alles ruhiger ist.

Und alles davon ist richtig.

Weil es dein Tempo ist.


Was dir im Dezember wirklich gut tut

Es braucht keinen großen Plan.

Nur ein paar klare Gedanken:

• Mach weniger, als du denkst.

• Wähle bewusst, mit wem du Zeit verbringst, nicht mit wem du solltest.

.• Nimm ernst, wenn du Ruhe brauchst.

• Setz kleine Grenzen, bevor du überläufst.

Und erinnere dich daran, dass Freude kein Pflichtprogramm ist.

Das reicht oft, um diesen Monat anders zu erleben.


Ein leiser, ehrlicher Schluss

Wenn du spürst, dass dieser Dezember etwas in dir anstößt oder Themen nach oben holt, die du nicht mehr wegdrücken kannst, dann kannst du dich melden.

Es geht nicht darum, in diesem Monat irgendetwas zu reparieren.Manchmal reicht es, den ersten Schritt zu setzen und zu sortieren, was wirklich gesehen werden möchte.

Alles Weitere klären wir dann im neuen Jahr – in Ruhe und in deinem Tempo.

 
 
 

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