top of page

Du willst in der Therapie schnell vorankommen? Genau das ist das Problem.

  • Sonja Grammel
  • 12. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Warum die Schildkröte aus Momo genau das erklärt

Viele kommen in die Begleitung mit einem klaren Ziel:

Schnell wieder funktionieren.

Schnell raus aus der Angst.

Schnell wieder normal sein.

Und ich verstehe das.

Aber genau dieser Druck führt oft dazu,dass es sich eher festzieht,statt leichter zu werden.


Wovon ich hier spreche

Das hier ist kein Alltagstipp.

Es geht um einen therapeutischen Prozess.

Um echte Veränderung.

Um das, was in dir passiert, wenn du wirklich hinschaust.

Und um etwas, das viele erstmal nicht verstehen:

👉 Je mehr du versuchst, es schnell zu lösen,👉 desto mehr reagiert dein System.


Ein Bild, das es auf den Punkt bringt

Kennst du die Geschichte von Momo?

Darin gibt es die grauen Männer.

Sie überzeugen die Menschen, ihre Zeit besser zu nutzen.Schneller zu werden.

Effizienter zu sein.

Nichts mehr zu „verschwenden“.

Die Menschen glauben das.

Sie sparen Zeit.

Zumindest denken sie das.


Aber in Wahrheit passiert etwas anderes

Die grauen Männer nehmen ihnen diese Zeit.

Unbemerkt.

Und mit ihr verschwindet:

Ruhe.

Gefühl.

Verbindung.

Leben.

Sie wollten Zeit sparen –und haben genau dadurch ihre Zeit verloren.


Und dann gibt es diese Szene

Momo wird verfolgt.

Alles wird eng.

Alles wird schnell.

Sie will nur noch eins:

Da raus.

Schneller werden.

Endlich weg.

Bei ihr ist die Schildkröte Kassiopeia.

Und auf ihrem Panzer erscheint die Botschaft:

„Geh langsam.“


Und sie macht genau das, was wir alle tun

Sie hört nicht darauf.

Sie geht schneller.

Strengt sich mehr an.

Will es hinter sich bringen.

Und während sie das tut, merkt sie:

Die grauen Männer kommen immer näher.


Bis sie versteht

Irgendwann hält sie inne.

Und macht etwas, das sich komplett falsch anfühlt:

Sie wird langsamer.

Ganz bewusst.Schritt für Schritt.


Und dann passiert etwas Entscheidendes

Die grauen Männer entfernen sich.

Nicht, weil sie mehr gemacht hat.

Nicht, weil sie sich mehr angestrengt hat.

Sondern weil sie im richtigen Tempo gegangen ist.


Genau das passiert auch in Therapie

Wenn du versuchst, schnell voranzukommen, wenn du drückst, wenn du große Schritte willst,

passiert oft genau das:

Die Anspannung steigt.

Die Gedanken werden lauter.

Das, was du loswerden willst, wird stärker.


Und dann kommt der eigentliche Schritt

Nicht schneller.

Sondern langsamer.

Genau dadurch entsteht Bewegung.


Die kleinen Schritte, die oft übersehen werden

Du merkst früher, was in dir passiert.

Du kannst ein Gefühl einen Moment länger halten.

Du reagierst an manchen Stellen anders.

Du kommst schneller wieder zu dir zurück.

Oder ganz schlicht:

Du lässt ein Gefühl zu.


Das ist kein kleiner Fortschritt

Gerade wenn du lange im Stress warst, funktionierst du oft nur noch.

Viel Kopf.

Wenig Gefühl.

Und genau deshalb ist es ein großer Schritt, wenn du wieder anfangen kannst zu fühlen.


Und ja, es wird auch wieder schwerere Tage geben

Tage, die sich anfühlen wie früher.

Alte Gedanken.

Alte Reaktionen.

Das gehört dazu.

Nicht, weil du zurückfällst.

Sondern weil dein System in Wellen arbeitet.

Du bist nicht am Anfang.

Du gehst bewusster durch das, was schon da war.


Wie ich arbeite

Ich arbeite nicht darauf hin, dass es schnell „weg“ ist.

Ich arbeite so, dass dein System mitkommt.

Das bedeutet:

Wir gehen Schritt für Schritt.

In einem Tempo, das wirklich möglich ist.

Wir schauen auf die kleinen Veränderungen.

Auf das, was sich leise verschiebt.

Weil genau da echte Veränderung entsteht.


Und eine Frage kommt fast immer

Wie oft muss ich kommen?

Und ich verstehe diese Frage.


Meine Antwort ist ehrlich

Ich kann dir das vorher nicht genau sagen.

Weil ich am Anfang noch gar nicht weiß, was alles da ist.

Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit.

Sein eigenes Tempo.

Seine eigenen Themen.


Was ich dir aber sagen kann

Du merkst meistens relativ schnell das sich kleine Schritte verändern.

Oft schon nach wenigen Terminen.

Nicht, dass alles weg ist.

Darum geht es nicht.

Aber das sich etwas verschiebt.


Woran du das merkst

Du verstehst dich besser.

Du kannst Dinge anders einordnen.

Du reagierst an manchen Stellen anders.

Du bekommst ein Gefühl dafür,dass sich etwas bewegt.

Manchmal sind das kleine Dinge.

Aber genau die zeigen dir:

Du bist auf dem richtigen Weg.


Und vielleicht geht es gar nicht nur ums Ziel

Wir wollen alle ankommen.

Dass es endlich weg ist.

Dass es endlich gut ist.

Aber dabei übersehen wir oft den Weg.

Auf diesem Weg passiert so viel.

In den kleinen Momenten, in denen du innehältst.

In dem Augenblick,in dem du dich wieder spürst.

Vielleicht sogar in den „Blumen am Wegesrand“,die vorher gar nicht sichtbar waren.


Denn genau das ist Veränderung und genau das will gesehen werden.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Kommentare


Überschrift 1

bottom of page