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Wenn du Gefühle übernimmst, die gar nicht deine sind

  • Sonja Grammel
  • 23. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Weißt du, das ist etwas, das viele erleben, aber kaum jemand versteht.

Du bist irgendwo, alles wirkt normal,

und plötzlich kommt diese Schwere.

Oder Enge.

Oder diese seltsame Unruhe.

Ohne Grund.

Ohne Auslöser.

Und du nimmst das einfach als DEIN Gefühl.

Nicht, weil du drüber nachdenkst —sondern weil du gar nicht nachdenkst.

Man übernimmt es automatisch.

Ich war genauso.

Ich dachte:„Okay… dann fühle ich das jetzt eben.“

Warum auch nicht?

Niemand erklärt einem, dass Gefühle nicht immer aus einem selbst kommen.

Dass man Stimmungen übernehmen kann.

Dass das überhaupt möglich ist.

Und erst später – viel später – wurde mir klar:

Manches, was mich komplett runtergezogen hat, war gar nicht meins.

Ich hatte es einfach aufgenommen,

schneller als andere überhaupt gemerkt haben, dass da etwas los ist.


Der Moment, in dem du merkst: Das gehört nicht dir

Es gibt diesen kleinen Moment,der alles verändert.

Du fühlst etwas –aber du stoppst kurz.

Nur einen Atemzug lang.

Und plötzlich kommt dieser Gedanke:„Warte mal… das kommt nicht aus mir.“

Das ist irritierend.

Aber gleichzeitig erleichternd.

Du bist nicht das Gefühl.

Du hast es nur übernommen.

Weil du fein wahrnimmst, was sowieso da ist.

Und in dem Moment machst du innerlich einen Schritt zurück.

Du rutschst nicht mehr automatisch in die Stimmung rein.

Du siehst sie von außen.

Und das verändert alles.


Wie du wieder zu dir zurückkommst

Das ist viel einfacher, als viele denken.

Der erste Schritt ist immer:

Stop.

Ganz kurz, innen.

Mehr braucht’s erstmal nicht.

„Das gehört gerade nicht mir.“

Dieser Satz schafft Abstand.

Einen Millimeter nur, aber der reicht.

Was du dann machen kannst:

Ein Atemzug, der dir gehört. Kein tiefes Üben. Einfach atmen.

Ein innerliches „Warte.“Unterbricht den Automatismus.

Kurz erinnern: „Wie ging es mir davor?“Wenn’s dir da gut ging → gehört’s dir nicht.

Innerlich aus der Szene rausgehen. Nicht körperlich, nur im Gefühl.

Zurück in den Körper: Füße spüren, Hände, Atem. Nichts Esoterisches. Nur du.

Und dann kommt etwas Erstaunliches:

Du spürst wieder dich –nicht alles, was im Raum hängt.


Warum das die Situation verändert

Weil du plötzlich klar bist.

Du bist nicht mehr der Mensch, der plötzlich schwer wird.

Du bist der Mensch,der sieht, was los ist , ohne mitzuschwimmen.

Das macht es überhaupt erst möglich, für jemanden da zu sein, ohne unterzugehen.

Manchmal sagen Menschen dann:

„Du verstehst das nicht.“

Und vielleicht wirkt es wirklich so.

Aber das liegt nur daran, dass du in diesem Moment nicht mit im Gefühl bist.

Du fühlst –aber du bleibst nicht darin hängen.

Das ist der Unterschied.


Vielleicht verändert dieser Gedanke auch für dich etwas

Der Anfang ist nicht groß.

Es ist kein Prozess, den du perfekt beherrschen musst.

Der Anfang ist nur:

einmal zu bemerken, wann ein Gefühl nicht aus dir kommt.

Das reicht.

Und irgendwann wird es klarer.

Leichter.

Ruhiger.

Nicht weil du weniger fühlst.

Sondern weil du mehr bei dir bleibst.


Und am Ende geht es um Verbindung

Ich habe das alles nur verstanden,weil ich es selbst gefühlt habe.

Aber eigentlich geht es um etwas Menschliches:

Wir sind verbunden.

Mit manchen Menschen sanft.

Mit manchen tief.

Und mit ein paar so stark, dass ihre Stimmung direkt in uns landet.

Genau bei diesen ist Abgrenzung am schwersten.

Auch bei mir.

Da bleibe ich manchmal kurz in ihrem Gefühl hängen,obwohl ich es weiß.

Vielleicht gehört das dazu.

Nähe fühlt.

Aber trotzdem gilt:

Ich darf irgendwann wieder zu mir zurückkommen.

Ich darf fühlen, ohne mich zu verlieren.

Ich darf mitfühlen ohne mitzuleiden.


Vielleicht machen es dir diese Gedanken leichter.

Für mich hat es sehr viel verändert! Ich kann mitfühlen, ohne mich selbst darin zu verlieren.

Du schaffst das auch!

Schreib mir gerne ob du dieses Gefühl kennst. Wusstest du das du Gefühle spüren kannst die gar nicht deine sind?


 
 
 

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