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Wenn Kinder plötzlich still, wütend oder ängstlich werden

  • Sonja Grammel
  • vor 13 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Kinder zeigen oft mehr, als sie sagen können

Wenn Kinder plötzlich still werden, ständig wütend sind, Ängste entwickeln, sich zurückziehen oder plötzlich ganz anders wirken als früher, versuchen wir oft zuerst, das Verhalten wegzubekommen.

Das Kind soll wieder ruhiger werden.

Belastbarer.

Weniger empfindlich.

Wieder „normal“.

Ich verstehe dieses Gefühl

Für mich ist aber etwas anderes erstmal viel wichtiger:

Kinder müssen verstehen, dass sie nicht falsch sind.

Das mit ihnen nichts „kaputt“ ist.

Das ihre Reaktion einen Grund hat.

Das sie genau richtig sind, so wie sie sind.


Das sie nicht das Problem sind.


Das laute Kind.

Das ängstliche Kind.

Das empfindliche Kind.

Das anstrengende Kind.

Das stille Kind.

Irgendwann glauben sie selbst, dass mit ihnen etwas nicht stimmt.


Dabei reagiert ihr Körper oft einfach nur auf Stress, Überforderung oder Unsicherheit.


Das Leben bringt manchmal Situationen mit sich, die Kinder innerlich nicht alleine halten können.


Probleme in der Schule.

Konflikte mit anderen Kindern.

Mobbing.

Druck.

Unsicherheit.

Spannungen zuhause.

Eine Trennung der Eltern.

Krankheit in der Familie.

Ein Verlust eines wichtigen Menschen.


Kinder nehmen unglaublich viel wahr.


Oft denken Erwachsene:

„Das bekommt mein Kind gar nicht richtig mit.“

Kinder spüren jedoch häufig viel mehr, als wir glauben.

Selbst wenn nicht offen gesprochen wird, merken Kinder oft:

„Irgendwas stimmt hier nicht.“


Dann reagiert der Körper.

Manche Kinder werden laut.

Manche ziehen sich zurück.

Manche bekommen Bauchweh oder Ängste.

Manche funktionieren einfach nur noch.

Nicht, weil mit ihnen etwas falsch ist.

Sondern weil innerlich etwas zu viel geworden ist.

Deshalb arbeite ich in meiner Begleitung mit dem Modell Kopf, Herz, Bauch.

Mit drei Tieren erkläre ich Kindern und Eltern, was eigentlich im Körper passiert.

Warum Gedanken plötzlich kreisen.

Warum Gefühle so stark werden können.

Warum der Körper manchmal in Alarm geht, obwohl man das selbst gar nicht möchte.


Wenn Kinder verstehen, was in ihnen passiert, verändert sich oft etwas.

Sie hören auf zu denken, dass sie das Problem sind.

Sie verstehen das es einfach eine Reaktion auf etwas ist.

Sie sagen dann meistens nicht viel, aber es nimmt eine große Last


Ehrlich gesagt ist das oft auch für Eltern ein wichtiger Moment, wenn sie verstehen, was im Körper ihres Kindes eigentlich passiert.

Oft kommt genau dieser Satz:

„Das wussten wir nicht.“


Der erste Schritt zur Veränderung.

Plötzlich geht es nicht mehr nur um das Verhalten.

Sondern darum zu verstehen, warum ein Kind überhaupt so reagiert.


Natürlich ist es wichtig, Kinder in ihrem Selbstvertrauen, ihrem Mut und ihrer Resilienz zu stärken.

Genau das gehört für mich dazu.

Gleichzeitig ist mir wichtig, das Kind im Ganzen zu sehen.

Es geht nicht darum, in Kindern nach Problemen zu suchen oder ständig in der Vergangenheit herumzubohren.

Zusammenhänge zeigen sich oft ganz von alleine, wenn es sich sicher fühlt.

Hinter einem Verhalten steckt häufig mehr als nur das sichtbare Symptom.


Der Schlüssel ist:

„Was passiert da gerade eigentlich?“„Warum reagiert mein Kind so?“„Was versucht es vielleicht auszudrücken?“

Denn Kinder müssen nicht immer sofort verändert werden.

Manchmal müssen sie zuerst verstanden werden.

 
 
 

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